Nachruf Lydia Backes

Bericht: Norbert Mulch

Lydia Backes, Jahrgang 1926, ist Anfang April, kurz nach ihrem 95. Geburtstag verstorben.
Neben ihrer Familie trauert auch die LGV Marathon Gießen um ihr langjähriges Mitglied. Sie gehörte seit der Gründung im Jahre 1974 der Läufer- und Geher-vereinigung an.
Lydia war, zusammen mit ihrem bereits verstorbenen Mann Hans-Friedrich „Friedel“, sehr aktiv in „ihrem Verein“. Sie als aktive und erfolgreiche Läuferin und er als ihr Betreuer und Trainer. Heute würde man sagen, er war ihr Coach.
Lydia kann man als Pionierin des Frauenlaufes, nicht nur im heimischen Raum, bezeichnen. Als der Mediziner, und Leichtathletik-Trainer in den Sechziger- und Siebzigerjahren, Ernst van Aaken, den Frauenlauf in Deutschland populär machte, war Lydia dabei. 
So zum Beispiel 1975 bei der ersten Deutschen Meisterschaft der Frauen im Marathonlauf die in Bräunlingen im Schwarzwald stattfand. Hier kam Lydia  nach 3:35:14 Stunden ins Ziel. 
Im gleichen Jahr wurde sie in Lübeck Deutsche Meisterin über 5.000m in der W 50. 

Auch am 1. Welttreffen der Marathonläuferinnen in Waldniel / Niederrhein 1976 nahm sie mit Erfolg teil. 
Im gleichen Jahr wurde sie in Nürnberg Deutsche Meisterin über 10.000m in der W 50.

Deutsche Meisterin wurde sie auch 1981 in Passau über 5.000m in der W 55.
1982 erzielte sie beim Höchst-Marathon, dem Vorläufer des Frankfurt-Marathons ihre persönliche Bestzeit von 3:14:00 Stunden. Mit ihren Vereinskolleginnen Leni Elbing und Helma Kauß stellte sie hier auch den Bezirksrekord der Marathon-Frauen-Mannschaft mit 9:44:56 Stunden auf, der bis heute Gültigkeit hat.
Bei der Deutschen Meisterschaft im Marathonlauf 1984 in Kandel in der Pfalz wurde sie mit ihren Vereinskolleginnen Andrea Hofmann und Helma Kauß Deutsche Vizemeisterin im Mannschaftswettbewerb. 
Dies war bereits ihr 50. Marathon.
Die Erfolge summierten sich.
Im Jahr 1985 lief sie in Hanau-Rodenbach die 25km. Hier wurde sie Hessenmeisterin in der W55.
Über die gleiche Strecke wurde sie ein Jahr später in Bad Arolsen sogar Europameisterin der Altersklasse W60 und in Frankenberg/Eder Hessenmeisterin.
In 1986 fand auch der erste Gießener Marathon statt. Sie kam hier als erste Frau der W60 ins Ziel.
Hessenmeisterin der W60 über 5.000m wurde sie dann auf ihrer Hausstrecke in Gießen im Jahr 1988.
Bei der ersten Deutschen Seniorenmeisterschaft II (Senioren über 60 Jahre) im gleichen Jahr wurde sie noch einmal Deutsche Meisterin über 5.000m in Bruchköbel.
1989 kehrte Lydia noch einmal nach Nürnberg zurück und wiederholte ihren Erfolg aus dem Jahr 1976. Sie wurde Deutsche Meisterin der W60 über die 10km.
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt von den Läufen die Lydia Backes bestritt. Sie lief auf den unterschiedlichsten Streckenlängen. Zwischen 800m und dem Marathon (42,195km), ihrer Lieblingsstrecke, gab sie ihr Bestes.
Die Läuferinnen und Läufer der LGV Marathon Gießen werden immer mit Ehrfurcht an Lydia und ihre Leistungen denken und dafür danken, dass sie den Laufsport im heimischen Raum so populär gemacht hat.

 

Nachruf Theo Albach

Bericht: Reinhard Schreiner

Theo Albach kurz vor seinem 83. Geburtstag verstorben.

Besonders die älteren Leichtathletikfreunde aus dem Kreis Gießen, dem Bezirk und Hessen sind traurig wegen der Nachricht vom Ableben eines ihrer beliebtesten und leistungsstärksten Läufer -  Theo Albach. Der gebürtige Reiskirchener hatte in seiner Jugendzeit einige talentierte Sportkameraden um sich vereint. Über vordere Platzierungen bei Langläufen kamen die ersten Erfolge auf der Bahn über 3000 und 5000m in der Jugendklasse. 1958 schloss er sich dem VfB 1900 Gießen an, bei dem er mit Herbert Steinhof und Rudi Stelz leistungsstarke Laufkollegen vorfand und mit ihnen eine schlagkräftige Mannschaft bildete. Davon profitierte zunächst aber vor allem Rudi Stelz: Besonders vor Hessischen und Deutschen Meisterschaften verabredeten sich die Beiden zum gemeinsamen Training. Hier unterstützte Theo seinen Sportfreund sehr zuverlässig um über Intevall-, Tempo- und Waldläufe in Form zu kommen.

Auch Theo Albach war zu dieser Zeit schon sehr laufstark, aber durch seine Arbeit bei der Firma „Milch-Grieb“ in Gießen und seine zusätzliche Arbeit zu Hause als Nebenlandwirt konnte er seine Spitzenleistungen erst einige Jahre später erreichen. So erreichte Theo mit der  Mannschaft des VfB 1900 Gießen 1959 die Hessische Waldlaufmeisterschaft.

Einen Bezirksrekord über 5000m lief er 1962 mit 14:50 Minuten in Versailles. Im gleichen Jahr brach er sich jedoch beim Heuchelheimer Pfingstsportfest einen Mittelfußknochen; es folgte eine längere Pause.

Ende 1964 maß er sich wieder mit den „Größen“ aus dem heimischen Raum, wie Klaus Daubertshäuser und Ernst Meißner.  Auf Landesebene waren Karl Eyerkaufer, Wolfgang Letzerich und Lutz Philip seine Gegner.

Nach der Heirat 1964 zog er nach Ruttershausen und fand im Krofdorfer Forst gute Trainingsbedingungen. Seine zweite Laufbahn begann. In Falko Will und Reinhard Schreiner vom TV Ruttershausen fand er zwei Jugendliche, die sich für das Langstreckenlaufen interessierten. Später stießen  noch Norbert Ludwig von Krofdorf  wie auch der Deutsche Jugendvizemeister im Waldlauf Günter Schirmer aus Lich dazu. Gemeinsam wurde in der Gruppe immer intensiver trainiert.

Nicht nur an Wochenenden schlossen sich immer mehr Läufer vom VfB 1900 Gießen, auch von anderen Vereinen, der Trainingsgruppe an. Das Trainingspensum im Winter wurde auf 7 bis 9 Einheiten pro Woche mit 150 bis 180km gesteigert. Auch einige Gießener Sportstudenten schlossen sich nun der Gruppe an. In den Jahren 1965 bis 1969 musste er verletzungsbedingt etwas kürzer treten, aber trotzdem reichte es immer noch bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften für einige Siege. 1966 wurden die hessischen Waldlaufmeisterschaften in Wetzlar ausgetragen, der Heimvorteil brachte ihm den Rang drei ein. Im gleichen Jahr stand er als Vizemeister bei den „Hessischen“ über 5000m auf der Bahn auch auf dem Treppchen. Im Jahr 1969 unterbot er erstmals die 31-Minuten-Grenze über 10 000m, die er im Folgejahr auf 30:09 drückte. Mit dieser Zeit löschte er die ehemalige Rekordzeit von Rudi Stelz (30:29) aus und behielt sie 20 Jahre lang. Ab 1970 startete er in der Altersklasse. Hierbei  siegte er bei den Hessischen Waldlaufmeisterschaften 1970 .  Er wurde 1971 sogar Deutscher Meister  im Waldlauf. Die weiteren Läufe bestritt er wieder in der Hauptklasse.  1972 war mit fünf Bestleistungen sein erfolgreichstes Jahr. Bei den Hessischen Meisterschaften belegte er den dritten Platz und stellte mit 14:34 einen neuen Bezirksrekord über 5000m auf. In der Folge konnte er noch weitere 4 Bestleistungen verbuchen. Danach zwangen ihn starke Ischias Beschwerden zur Aufgabe des Leistungssports.

Am Ende seiner Karriere stand eine Titelsammlung von 14 x Kreismeister, 12 x Bezirksmeister, 2 x Hessenmeister, 1 x Deutscher Meister zu Buche.

Nach seiner sportlichen Laufbahn widmete er sich seinen Hobbys. Als leidenschaftlicher Hobbygärtner war er oft in seinem Garten an der Lahn anzutreffen oder er stach mit seinem Kanu auf der Lahn in „See“. Mit seiner Ehefrau Henny und befreundeten Ehepaaren wurden Radtouren unternommen und das Tanzen wurde entdeckt. Dem Handball spielenden Enkel konnte er sich mehr widmen.

Theo war aber nicht nur für den Sport ein Gewinn. Auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der ganzen Laufgruppe wurde durch ihn und seine Eltern gestärkt. So z.B.: Nach einer Sportsaison trafen sich u. a. Gerhard Oswald, Wolfgang Diehl, Fritz Klatt, Horst Vesper und die schon genannten Herbert Steinhof und Rudi Stelz zum Jahresabschlusslauf in Reiskirchen. Dort gab es in Theos Elternhaus Köstlichkeiten aus Stall, Feld und Garten. Vor diesem Hintergrund konnten auch sportliche Erfolge nicht ausbleiben.

Auch in seiner „zweiten Phase“ in Ruttershausen haben  viele Erlebnisse und Ereignisse, auch außerhalb des Sports, tiefe Eindrücke und Erinnerungen bei den zahlreichen Trainings- und Wettkampfkameraden  hinterlassen. So bleibt z.B. der unvergessene Heizkeller in Theos Haus in Erinnerung, wo nach einem Training (long jog 25km) bei sehr kaltenTemperaturen (-17°) und starkem, eisigem starken Wind die vereisten Haare und Klamotten wieder aufgetaut werden konnten. Der von Theos Frau Henny gereichte heiße Tee trug entscheidend dazu bei, dass auch die Läufer wieder auftauten und sich auf den Heimweg machen konnten.

Die selbstlose Art seiner Unterstützung der Leichtathletik, insbesondere in der Anfangsphase, als die Jugendlichen des TV Ruttershausen einstiegen und noch keine Autos und Führerscheine besaßen und von Theo immer mit zu den Wettkämpfen genommen wurden, bedarf einer besonderen Würdigung.

Nicht zuletzt war der Sport für die jungen Läufer ein ganz entscheidendes und wichtiges Element in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Dafür sind wir Theo unendlich dankbar und werden ihn immer in sehr guter Erinnerung behalten.

Theo wurde für seine Verdienste um die Leichtathletik 1965 mit der BRONZENEN EHRENNADEL und 1970 mit der SILBERNEN EHRENNADEL des Hessischen Leichtathletik-Verbands ausgezeichnet. Eine großartige Persönlichkeit ist tot.

Theo Lenk – ein „Altmeister“ der Leichtathletik beging den 80. Geburtstag

Bericht: Rudi Ehmig

Am 12. August blickte der Seniorensportler Theo Lenk von der TSG Alten-Buseck nicht nur auf acht Lebensjahrzehnte zurück, sondern auch auf ein abwechslungsreiches und erfolgreiches Sportlerleben. Die Weichen waren nicht von Anfang an so gestellt. Zunächst wurde der Aufbau einer Existenz, die Kindererziehung und der Hausbau vorangestellt. Gradlinig und strukturiert war von Anfang an seine Lebensplanung.

Der pensionierte Berufsschullehrer befasste sich sehr spät mit der aktiven Leichtathletik. Mehr oder weniger zufällig wurde er von seiner damaligen kleinen Tochter animiert, die die väterlichen Bemerkungen über ihre Wettkampfnervosität mit den Worten: „Mach doch selber mal einen Wettkampf“, kommentierte. Das war die Initialzündung für ein regelmäßiges Training, das vorher nur in Freizeitsport und den Übungen für das Deutsche Sportabzeichen bestand. Mit 49 Jahren war es soweit, der erste Wettkampf wurde bestritten. Ausgesucht hatte er sich dazu die hessischen Meisterschaften, wo er mit 12,4 Sekunden den 5. Platz im 100-m-Lauf belegte. Gleich ein Aha-Erlebnis. Mit der Schnelligkeit als Stärke war damit der Grundstein einer Sprinterkarriere gelegt. Der Ehrgeiz war gelegt und die Teilnahme an höherwertigen Meisterschaften -über die Hessischen hinaus- wurde mit Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften angepeilt.

Diese Sprinterkarriere begann mit 49 Jahren und endete mit 74 Jahren. Dazwischen lagen viele Erfolge auf den Sprintstrecken über 100-m und 200-m sowie den Staffelwettbewerben über 4 x 100-m. Als Einzelsportler startete er für die TSG Alten-Buseck, in den Staffelwettbewerben ergänzte er das Team bei den Europa- und Weltmeisterschaften mit dem Startrecht für Deutschland. Es verursachte bei Theo Lenk nicht nur Ehrgeiz, sondern auch eine Portion Stolz, für Deutschland an den Start gegangen zu sein.

Die Bilanz nach 17 Jahren Leistungssport kann sich sehen lassen: 16 x ging er für Deutschland bei Weltmeisterschaften an den Start. Davon konnte er fünfmal den Weltmeistertitel in verschiedenen Altersklassen mit nach Hause nehmen. Es waren nicht nur Trainingsstrapazen, die zum Erfolg dazugehörten, sondern auch Reisestrapazen. Die weltweiten Austragungsorte brachten ihn in andere Zeitzonen und Erdteile. Mit Starts in Miyasaki/Japan, Buffalo/USA, Durban/Südafrika, Carolina/Puerto Rico und Brisbane/Australien waren es neben Trainings- und Wettkampfstrapazen auch Reisestrapazen. Diese wurden als Nebenerscheinung in Kauf genommen. Die Freude auf den Wettkampf, die erzielten Zeiten und Titel überwogen. Es wurde der Horizont erweitert und Kontakte geknüpft. Achtzehnmal war er Teilnehmer bei den Wettbewerben um die Europameisterschaft. Elfmal stand er auf dem Treppchen, davon 6 x ganz oben. Nebenbei waren unter den gelaufenen Zeiten in den verschiedenen Altersklassen auch einige Rekordzeiten dabei, die ihm besondere Ehrungen und Auszeichnungen und auch eine ständige Erwähnung in den Rekordlisten einbrachten.

„Theo“, wie sie ihn alle nennen, trainierte als Autodidakt auf der Alten-Busecker Aschenbahn, später war es mit der Kunststoffbahn etwas nobler. Nebenher gab er auch sein Wissen und seine Zeit mit verschiedener ehrenamtlicher Tätigkeit der Jugend und Gleichgesinnten weiter. Die Vorbereitungen und Durchführung für die Abnahmen der Sportabzeichen begleiteten ihn ab 1984 bis 2014, er selbst erwarb es 32-mal. Als erster Verein im Sportkreis führte er in Zusammenarbeit mit der AOK mit bestem Erfolg „Kurse der Rückenschule“ ein. Die Mitgliederzahl erhöhte sich dadurch erheblich. Dem Verein stellte er sich von 1984 bis 1998 als Vorsitzender zur Verfügung. In dieser Zeit befand sich auch die arbeitsintensive Zeit zum 100-jährigen Jubiläum. Seine Verdienste um die Leichtathletik wurden zuletzt mit der HLV Ehrennadel in Silber HLV gewürdigt.

Seinen Ehrentag verbrachte er aufgrund der Corona-Bedingungen mit der Familie, sowie Gästen aus dem Sportbereich, Freunden und Nachbarn im großen Garten. Für den Hessischen Leichtathletik-Verband Kreis Gießen gratulierte Rudi Ehmig mit einem Präsent.

Norbert Zecher - In 50 Läuferjahren dreimal um die Welt gelaufen. Auch mit 80 noch regelmäßig aktiv.

Bericht Rudi Ehmig

In 50 Läuferjahren dreimal um die Welt gelaufen. Auch mit 80 noch regelmäßig aktiv.
Norbert Zecher (SV Staufenberg) war als Langstreckenläufer und Bergwanderer „in der halben Welt“ unterwegs.

Es war in der Jugendzeit keineswegs eine ausgemachte Sache und auch nicht absehbar, dass seine Füße ihn mehrmals um die Welt tragen werden. Mit 80 Kg. Körpergewicht war er im Verhältnis zur Größe ohnehin nicht der Läufertyp. Durch eine Wette kam er mit dem Langstreckenlauf in Berührung, wurde vom Langlauffieber angesteckt und entschied sich in der Staufenberger Langlaufgruppe regelmäßig mit zu joggen. Es normalisierte sich das Gewicht, die Ausdauer nahm zu, ebenso die Zahl der Laufkilometer und des Umfangs.

Sein Lauffreund Willi Findt „weihte“ ihn in die Geheimnisse des Ausdauersports ein und führte ihn an immer schnellere Kilometerzeiten heran. Bis heute hat er eine imposante Wettkampfstatistik was die Laufzeiten und auch die Anzahl der Wettkämpfe, von 10 Km bis 100 Km, betrifft. 205 Mal bestritt er bei Volksläufen einen 10 Km Lauf, 87 Marathonbeteiligungen stehen zu Buche und fünf Mal lief er den Hunderter von Biel, mehrheitlich in der Dunkelheit. Seine Marathonbeteiligungen führten ihn aus Deutschland hinaus in die ganze Welt zu Läufen nach New York, Kapstadt, Paris, Kopenhagen, Tahiti, an die südlichste Spitze von Feuerland, Neuseeland und nicht zuletzt zum schwierigen Jungfrau-Marathon im Berner Oberland mit dem Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau. Die erzielten Zeiten, z. B. mit 33:10 Minuten über 10 Km und die Marathonzeit von 2:36,07 Std., sowie die 100 Km unter zehn Stunden, lassen den Betrachter „Atemlos“ werden. Sie waren das Ergebnis von drei Trainingseinheiten in der Woche, dazu kamen die Wettkämpfe am Wochenende.

Da kommt das jährliche Bergwandern, bzw. Bergsteigen vergleichsweise einem Erholungstrip gleich. Mit diesem zweiten Hobby verbringt er regelmäßig jährlich eine Wanderwoche mit anderen Bergkameraden in den Alpen. Auch mit seiner Teilnahme am Meraner Frühlingshalbmarathon, an dem er bisher 25 Mal ununterbrochen teilgenommen hat und dabei 20 Mal einen Treppchen Platz einnahm, verbindet er einige Bergwanderungen.

Trotz dieser Wettkampfpräsenz ist noch Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten. Im Vorstand des SV Staufenberg arbeitete er Jahrzehnte mit, fast zwanzig Jahre war er an der Organisation des Oberhessen-Volkslaufs beteiligt und seit 1976 ist er als Mitbegründer und Leiter des Lauftreff tätig. Dem Obst- und Gartenbau widmet er sich ebenfalls, ist seit 1987 im Vorstand und seit 2003 dessen Vorsitzender. Über den Vereinen hinaus leistete er um 1990 im Hessischen Leichtathletik-Verband Kr. Gießen einige Jahre Vorstandsarbeit. Seine Mitarbeit wurde bis zur HLV-Ehrennadel in Gold gewürdigt. Für seine ehrenamtliche Tätigkeiten erhielt er bereits 1989 den Landesehrenbrief. Beruflich begann er mit einer Ausbildung bei der Post, die nach 45 Dienstjahren als Beamter im gehobenen Dienst endete.

An seinem 80. Geburtstag begrüßte er seine Gäste in der Gaststätte „Zum Felseneck“.  Sein weitreichender Bekanntenkreis bescherte ihm ein „volles Haus“. Für den HLV-Kreis Gießen gratulierte Rudi Ehmig, der Gesundheit und Wohlergehen wünschte, schließlich will er erneut beim Meraner Frühjahrshalbmarathon auf dem Treppchen stehen, dieses Mal bei den Achtzigern.

Heidrun Neidel von der TSG Leihgestern hinterließ Spuren auf der Bahn und der Straße.

Heidrun Neidel von der TSG Leihgestern hinterließ Spuren auf der Bahn und der Straße
Im „Schnellschritt“ durch das Jahr 2019.

Fragt man die Seniorensportlerin Heidrun Neidel: „Wie geht`s?“, dann könnte die missverständliche Antwort kommen: „Es läuft gut“. Für den Laien nichts Auffälliges, aber für den Insider ein fatales Geschehen, wenn dies wörtlich zu nehmen ist. Heidrun Neidel betreibt einer Sportart, die strengen Regularien unterliegt. Beim Gehen ist Laufen verboten! Es darf niemals die Bodenhaftung unterbrochen werden und eine Streckung der Beine beim Ausschreiten muss immer vorhanden sein. Eine anfänglich schwierige Art der Fortbewegung, die gelernt sein will, wenn sie wettkampfmäßig betrieben werden soll.  Ob den Regeln entsprechend gegangen wird, beurteilen im Wettkampf einige „Aufpasser“, die mit dem Regelwerk vertraut sind und als „Gehrichter“ bezeichnet werden. Wer „mogelt“ erhält eine Verwarnung und wird im Wiederholungsfalle aus dem Wettbewerb genommen (disqualifiziert).

Im zurückliegenden Jahr 2019 hat sie Wettkampfstrecken von 3 000m bis 20 Km bestritten, die auf die Monate von Januar bis November verteilt waren. Die Gesamtkilometerzahl lag dabei bei etwas über 120 Km. Vergleichsweise wenig zu den Trainingskilometern, die bei jährlichen 2000 Km liegen. Welch hoher Aufwand betrieben werden muss, um international mithalten zu können, verdeutlichen diese Fakten. Dazu kommen noch die gefahrenen Kilometer bzw. die Flugstunden zu den Austragungsorten, je nachdem wo die Austragungsorte für die Europa- und Weltmeisterschaften liegen.

Im zurückliegenden Jahr waren die entferntesten Orte mit den Europameisterschaften in Venedig und den Weltmeisterschaften in Torun/Polen. Heidrun Neidel nimmt diese Strapazen auf sich, ist es doch regelmäßig ein Wiedersehen mit Gleichgesinnten. Aber auch für „das Ego“ wird für die erfolgreiche Seniorensportlerin etwas getan. Ihr Stolz ist die Medaillensammlung, die von der Hessen- bis zur Weltmeistermedaille reichen. Dreizehn Stück hat sie davon aus dem Jahre 2019 parat, die von ihrem Leistungsvermögen, aber auch von den damit verbundenen Strapazen Zeugnis ablegen.

Auch im Jahre 2020 ist der Anfang gemacht

Wie im Vorjahr war auch in diesem Jahr Berlin eine Reise wert. Den ersten Geher Wettbewerb mit den offenen Berlin-Brandenburgischen-Hallen Meisterschaften nahm sie in der Rudolf-Harbig-Sporthalle (Olympiastadion) am 12.1.2020 wahr und verteidigte ihren Vorjahrestitel im 3 000m Bahngehen in der Klasse W70.

Walter Wilhelm - ein rüstiger Neu-Siebziger, dank sportlicher Betätigung von jung auf.

Bericht: Rudi Ehmig

Im Rabenauer Ortsteil ist Walter Wilhelm geboren und groß geworden. Dort spielte man üblicherweise Fußball. An der weiterführenden Theo-Koch-Schule In Grünberg kam er als Teilnehmer einer Sport AG erstmals mit dem Londorfer Otto Klein in Kontakt. Dieser erkannte sein Läufertalent und band ihn in die Leichtathletikgruppe des TSV Londorf ein.  Bald folgten Starts auf der Bahn und bei Waldlaufmeisterschaften in der heimischen Region bis hin zu Teilnahmen an hessischen Meisterschaften. Ein erster Achtungserfolg war der 4. Platz bei den hessischen Crossmeisterschaften im Jahre 1965 bei der männlichen Jugend B. Seine erfolgreichste Zeit begann 1968 als Sportstudent an der UNI Gießen. Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften (DHM) holte er Bronze in 3:53,4 Minuten über 1500 m und wurde auch Hessenmeister über die gleiche Distanz. 1971 bestieg er bei den DHM mit Platz zwei in fast identischer Zeit über die gleiche Distanz, erneut das Treppchen. Ein Jahr später gelang ihm mit Theo Albach und Reinhard Schreiner auf der Männer Mittelstrecke bei den hessischen Waldlaufmeisterschaften mit der Vizemeisterschaft ein Mannschaftserfolg.

Sein Hauptaugenmerk galt aber dem beruflichen Werdegang. Das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien legte er 1973 ab und begann eine Referendarzeit an der Theo Koch Schule in Grünberg. In die beiden folgenden Jahren fiel die Bundeswehrzeit, Fortsetzung der Referendarzeit und das Zweite Staatsexamen. Sportliche Aktivitäten erfolgten nur noch sporadisch. Ab 1976 begann der Dienst bei der Gesamtschule in Allendorf/Lumda, der er bis zu seiner Pensionierung als Oberstudienrat treu blieb. Über 15 Jahre war er dort Vertrauenslehrer, Fachleiter Sport und Gesellschaftslehre und Vorstandsmitglied im Förderverein. 1985 führte er zusammen mit seiner Kollegin Ingeborg Marx einen Schulskikurs ein, der mittlerweile schon über 30 Mal auf der Tauplitzalm stattgefunden hat und zum festen Programm der Schule gehört.

Zum Beginn der Volkslaufzeit um 1980 war er an der Gründung des Allendorfer Lauftreff beteiligt und vermehrt wurde an Volkslauf Veranstaltungen mit zahlreichen „Treppchen-Plätzen“ teilgenommen. Mit dem Tennisspielen beim TC 72 Allendorf wurde gleichzeitig auch Vorstandsarbeit übernommen und als Kassenwart des TC und „Mädchen für vieles“ Ehrenamtsarbeit getätigt. Ehrenamtsarbeit war ihm ohnehin nicht fremd: Die beiden Kinder schickte er nicht nur in das Kinderturnen, sondern leitete es jahrelang, war Fußballtrainer beim FC Allertshausen und dem TSV Allendorf/Lumda und so nebenbei hat es ihm 30 Jahre Vorstandsarbeit eingebracht. Im Hessischen Leichtathletik-Verband Kreis Gießen war er in den achtziger- und neunziger Jahren als Kampfrichter und Schülerwart im Vorstand tätig. Für seine ehrenamtliche Tätigkeit im HLV wurde er zuletzt im Jahre 1972 mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Auch kommunalpolitisch war er in seiner Heimatstadt engagiert.

Seit ca. 15 Jahren hat er für sich eine eigene Lebensweise angeeignet: Er entschied sich mehr für sich selbst zu tun. War er seither mehr oder weniger für andere da, ist er jetzt öfters auf dem Golfplatz zu sehen, wie er es selbst bekundete. Auch einer seiner Enkel, den er zum Golfplatz mitnimmt beherrscht das Spiel mit dem kleinen Ball. Das Joggen hat er nach wie vor beibehalten. Er fühlt sich in seinem Zuhause mit Lebensgefährtin Birgitt wohl, liebt die Gartenarbeiten und nutzt den Garten bei Bedarf als Oase der Ruhe. Zu seiner Geburtstagsfeier konnte er Kollegen und Kolleginnen aus seiner ehemaligen Schule, Nachbarn, Sportfreunde und ihm nahestehende Personen begrüßen. Für den HLV gratulierte das Kreisvorstandsmitglied Rudi Ehmig, der ihm besonders für das Engagement im HLV dankte.

Zwei „Fünfziger“ feierten zusammen den „Hundertsten Geburtstag“

Bericht: Rudi Ehmig

Zwei „Fünfziger“ feierten zusammen den „Hundertsten Geburtstag“.
Carmen Leidner vom TV Langsdorf und ihr Volker feierten im Duo.

Der Plan ging auf, es war eine gelungene Feier. Anfang Oktober wurde Carmen Leidner fünfzig, für sie und ihrem gleichaltrigen Lebensgefährten war es ein guter Grund diesen Anlass zünftig zu feiern. So wurde für den Vortag des Tages der Deutschen Einheit in das Dorfgemeinschaftshaus von Nieder-Bessingen zu einer „Hunderter-Feier“ eingeladen. Neben Verwandten, Bekannten und Freunden der beiden, waren es insbesondere die Vorstands- und Vereinskollegen/innen des TV Langsdorf, sowie die Teilnehmerinnen ihrer Fitness-Kurse, die an diesem Abend ihre Carmen samt ihrem Lebensgefährten hochleben ließen.

Carmen Leidner ist das Sprachrohr

In ihrer Eigenschaft als Pressewartin des TV Langsdorf tritt sie nach außen hin auf. So wissen auch Außenstehende was „im Verein läuft“, was nicht nur Information, sondern auch Werbung ist. Intern kennen und wissen alle, dass sie äußerst engagiert, und dies schon seit Jahrzehnten, die sportlichen Belange in Langsdorf vertritt. Ihre Tätigkeiten übt sie mit fundierter Kenntnis aus, sie besitzt  verschiedene Lizenzen des Hessischen Turnverbandes, bis hin zur Abnahmeberechtigung des Deutschen Sportabzeichens. Ihre sportlichen Fertigkeiten, mit den Stärken in den Wurfdisziplinen, hat sie sich in der Jugend geholt, wo sie das Team des LAZ Gießen Stadt und Land verstärkte. Heute gibt sie dem LAZ durch die Tätigkeit als Schriftführerin im Vorstand wieder etwas zurück.

An Ehrungen kamen weder der Verein, noch die Verbände an ihr vorbei. So wurde sie von ihrem Verein als „Heimliche Heldin“ von der Volksbank Mittelhessen ausgezeichnet und der Lsb H würdigte ihre 25jährige Sportabzeichen Prüfertätigkeit. Die letzte Ehrung erhielt sie mit der Ehrennadel in Silber vom Hessischen Leichtathletik-Verband.

Helmut Scholtz (TSV Krofdorf-Gleiberg) mit 80 Jahren

Bericht: Rudi Ehmig

Helmut Scholtz (TSV Krofdorf-Gleiberg) mit 80 Jahren noch bei den Hessischen- und Deutschen Meisterschaften im Crosslauf, Berglauf und auf den Langstrecken dabei.

Seine besten Jahre hat Helmut Scholtz für die Erziehung, Ausbildung und sportliche Betätigung seiner Kinder und mit den Leichtathleten der TSG Lollar verwandt. Ab dem 60. Lebensjahr hat er dann den Focus auf sich selbst gerichtet und für die eigene Fitness mehr getan als es ihm vorher möglich war. Er wurde ab der AK 60 auf den Langstrecken zum „Renner“, an dem nur noch wenige vorbeikamen. „Alter schützt vor Leistung nicht“, so argumentiert und handelt er.

Sein Geburtsjahr fällt in den Kriegsbeginn, der seine Kindheit prägte. Geboren in Ostpreußen führte ihn die Flucht in die Lüneburger Heide, wo er die Basis für seine Sportverbundenheit erhielt. Nach dem Umzug nach Westfalen, kam er mit 20 Jahren zu den Heeresfliegern nach Fritzlar. Sein Sporttalent wurde erkannt und in der Bundeswehrsportschule in Sonthofen gefördert und danach mit leitenden Aufgaben betraut. Bei einem Hubschraubermanöver in Mittelhessen lernte er seine spätere Ehefrau kennen und in Lollar wurde eine gemeinsame Bleibe eingerichtet. Zwei Söhne wurden ihnen geboren und zum Sport treiben herangeführt. Neben der väterlichen Betreuung folgte alsbald die Übernahme der Leichtathletik Abteilung der TSG Lollar. Weiterhin folgte die Ausbildung als Kampfrichter und Sportabzeichen Prüfer. Nach siebzehnjähriger Tätigkeit legte er im Jahre 1998 die Abteilungsverantwortung in jüngere Hände.

Jetzt hatte er Zeit für sich selbst und erhöhte seinen Trainingsumfang. Ziel war die Teilnahme an einem Marathon. Dabei sagte er sich: Was Joschka Fischer kann, kann ich auch. Der damalige Grünen-Politiker hat ihn angespornt, und nicht nur das. Er wollte auch die Fischer-Zeit überbieten, was ihm auch gelang. Sein Trainingsumfang spiegelte die Laufzeiten wider. Seine Aufzeichnungen ergeben für die letzten 20 Jahre ein Pensum von ca. 20 Wettkämpfen, wöchentlich bis 100 Trainingskilometer und eine Gesamtsumme der Aktivitäten von über 53 000 Kilometer. Mit Stolz blickt er auf die Jahre 2004 und 2005 zurück. So lief er mit 65 Jahren den Frankfurt-Marathon in 3:16,41 Std. Ein Jahr später in Berlin 3:20,39 Std. und fünf Wochen danach nochmals in Frankfurt seine persönliche Bestzeit mit 3:15,18 Std. Im Jahre 2007 wechselte er zum TSV Krofdorf – Gleiberg mit dem Ziel eine attraktive AK-Mannschaft zu stellen, was auch mit der deutschen Vizemeisterschaft in der AK 65 im Jahre 2007 mit der Mannschaft gelang. In den folgenden Jahren wurden bei den „Deutschen“ Plätze von drei bis fünf erreicht. Seine Titelsammlung kann sich sehen lassen: Auf Hessenebene hat er 28 x auf der höchsten Treppchen-Stufe gestanden. Die Erfolge gliedern sich auf in 9 x Marathon, 4 x Halbmarathon, 1 x 5000m, 5 x Crosslauf, 3 x Berglauf und 6 x Straße. Vielmalige Nennungen in der Deutschen- und Hessischen Bestenliste waren logische Folgden.

In der Zeit seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten und den sportlichen Erfolgen stand er bei Vereinsehrungen, den Kommunen und Verbänden jährlich „auf der Bühne“. Seine ehrenamtliche Arbeit wurde von der TSG Lollar genauso gewürdigt wie seine sportlichen Erfolge. Auch innerhalb der Zugehörigkeiten zur SG Fronhausen und des TSV Krofdorf – Gleiberg kamen ihm Ehrungen der Gemeinden zuteil. Der Hessische Leichtathletik-Verband ehrte ihn zuletzt im Jahre 1995 mit der Ehrennadel in Silber.

Den Tag seines Geburtstages am letzten Septembersonntag verbringt er mit der Ehefrau auf Lanzarote. Es soll eine Laufpause sein und vor allen Dingen ein Dankeschön an seine Ehefrau, die in Vergangenheit nicht nur Verständnis entgegengebracht hat, sondern auch seinen sportlichen Ambitionen immer Unterstützung gewährte.

Der HLV-Kreis Gießen überraschte Hermann Herrmann

Bericht: Rudi Ehmig

Der HLV-Kreis Gießen überraschte Hermann Herrmann (TV Langsdorf)
Langsdorfer Lauftreff-Leiter wurde am 29. Juli 70 Jahre alt – Urgestein der Langlauf-Scene.

„Aaah, das freut mich aber, dass du mich besuchst, mit dir hatte ich nicht gerechnet“. Dies waren die Worte der Überraschung, die H. Herrmann Rudi Ehmig entgegenbrachte, als er in seinem Garten den HLV-Gast erblickte. Dessen Gratulationsworte wiederrum waren von der HLV-Pflicht-Präsenz geprägt, die ihm zu seinem „Runden“ entgegengebracht wurden.

Sein sportlicher Werdegang wurde skizziert mit den Anfängen als Fußballer, mit zwanzig Jahren Vorstandsarbeit und zeitgleich mit der Gründung eines Lauftreffs im Jahre 1982. Diese Neuerung schlug ein und seit dieser Zeit ist H. Herrmann für die wöchentliche Durchführung des Lauftreffs, für die Terminierung und Besuche der Veranstaltungen und das ganze „Drumherum“ verantwortlich. Auch eine Walkinggruppe wurde vor zwanzig Jahren eingegliedert, die heute noch „der Renner“ ist.

Rudi Ehmig bezeichnete den dreifachen Familienvater und sechsfachen Großvater als das Gesicht des Langsdorfer Lauftreff und bedankte sich für sein Engagement über fast vierzig Jahre. Ein paar Präsente wurden mit den guten Wünschen, dass die Umsetzung seiner sportlichen und privaten Ziele der kommenden Jahre gelingen möge, überreicht.

Rudi Stelz - Auch am 80. Geburtstag wurde eine Runde gedreht.

Bericht: Rudi Ehmig

Auch am 80. Geburtstag wurde eine Runde gedreht.
Für Rudi Stelz ist Laufen ein Lebenselixier.

… und läuft, und läuft, und läuft …, den ehemaligen Werbeslogan des VW Konzerns kann man für Rudi Stelz vom VfB 1900 Gießen auch in Anwendung bringen. Ein Tag ohne Laufen, das geht nicht. Siebzig Jahre Laufen, das trifft für Rudi Stelz zu. Die nötige Fitness dazu hat er heute noch. Es geht mir gesundheitlich gut, so beurteilt er seinen eigenen körperlichen Zustand. Und wenn man die Thesen des Ex-Politikers Franz Müntefering in Anwendung bringt, dass die Bewegungen der Beine das Gehirn ernähren, dann versteht man auch, dass der „Plauderer“ Rudi Stelz auch geistig noch topfit ist.

So konnte der Jubilar seinen Geburtstag mit der Familie, den Freunden, Bekannten, Nachbarn und noch einmal separat mit seinen ehemaligen „Mitläufern“ feiern. Zu einem Frühstück war eingeladen und es wurde aufgetafelt. Dass dabei auch die Anekdoten der früheren Jahre nicht zu kurz kamen, liegt auf der Hand. Sein bewegtes Leben begann in den Kriegswirren. Frühzeitig verlor er seine Eltern und verbrachte seine Kindheit beim Bruder seines Vaters, der ihn aufnahm. Diese Familie wurde für ihn seine „zweiten“ Eltern. Auf Umwegen fand er in Gießen eine dauerhafte Bleibe.

Sportlich wurde er als Lauftalent von dem Gießener Urgestein, Georg Richtberg, beim VfB 1900 Gießen aufgenommen und integriert. Diesen Verein hält er bis heute die Treue. Sein Vorbild war der zehn Jahre ältere Vereinskollege Herbert Steinhof, der als erfolgreicher Langläufer ihn mit den nötigen Tipps und Hinweisen versorgte. „Einen Trainer im eigentlichen Sinne hatte ich nie“, so beurteilt Rudi Stelz sein damaliges Training und Wettkampfverhalten. Er setzte lediglich die Hinweise seines Vereinskollegen Steinhof um. Nur, Rudi Stelz wollte und tat immer mehr als man ihm aufgetragen hat. Seine Achillessehne „muckte“. Einen Physiotherapeuten, wie es heute üblich und nicht mehr wegzudenken ist, gab es damals nicht. So schilderte er sein „Auf-sich-selbst-gestellt-sein“. Seine Achillessehnenbeschwerden verhinderten auch eine weitere Berufung in die Nationalmannschaft durch den damaligen Bundestrainer Herbert Schade.

Seine sportlichen Erfolge begannen im Jugendbereich: Mehrere Hessenmeistertitel über 1500m, 3000m, und 5000m in der Jugend- und Juniorenklasse. 1959 gelang ihm in Delmen-horst der große Wurf. Er wurde in 14:55min. Deutscher Juniorenmeister über 5 000m. Im gleichen Jahr siegte er in Stettin beim  Länderkampf gegen Polen über 3 000m in persönlicher Bestzeit von 8:36min. In seinem ersten Männerjahr errang er 1960 die Hessenmeisterschaft über 10 000m und bei den Deutschen Meisterschaften wurde er auf gleicher Distanz unter über 20 Teilnehmern Fünfter in 30:29min. Mit der Erkenntnis, keine Leistungssteigerung mehr zu erreichen, zog er sich allmählich vom Leistungssport zurück.

Seinem Prinzip des Sichbewegens blieb er bis heute treu. Vor seinem Treffen mit den früheren Laufkameraden wurde die übliche Runde gedreht. Die Glückwünsche des HLV Kreises Gießen überbrachte Rudi Ehmig, der mit Dankesworten die vorbildlichen Charaktereigenschaften als Sportler und den beruflichen Werdegang als Lehrer würdigte.

Ehrung für Olaf Ickler

Bericht: Rudi Ehmig

„Zehn Meilen durch den Licher Wald“ als Lauferlebnis mit Ehrung für Olaf Ickler vom Veranstalter Team.

Nicht entmutigen ließen sich die Verantwortlichenden des ASC Licher-Wald bei der Durchführung der traditionellen „10 Meilen durch den Licher Wald“. Größte Unsicherheiten im Vorfeld bezüglich des Durchführungstermins, Benutzung wegen der geplanten Renovierung der Sporthalle und des Bürgerhauses und der Durchführungsgenehmigung durch die UNB verunsicherten, aber entmutigenden nicht. Die Veranstalter wurden belohnt, es kamen zahlreichen Walker, Läufer und vor allen Dingen viele Kinder, die sich auf die verschieden langen Strecken begaben. Die Siegerehrung wurde in der Turnhalle durch Olaf Ickler durchgeführt, der nicht ahnte, dass er selbst zunächst im Mittelpunkt stehen wird.

Vor der Siegerehrung wurde dem sichtlich überraschten Olaf Ickler eine Ehrung zuteil. Die Ehrung wurde an dem Ort vorgenommen, wo er als Trainer sein sportliches – Betätigungsfeld hat. Dies betonte das Kreis-Vorstandsmitglied Rudi Ehmig bei der Übergabe der HLV Ehrennadel in Silber und der Aushändigung der Urkunde. Die Ehrung erfolgte aufgrund seiner nunmehr über 20 Jahre andauernden Trainertätigkeit. Noch vor seiner Studentenzeit stand er als „Springer und Feuerwehrmann“ für den Sportbetrieb des ASC Licher Wald zur Stelle. In das administrative Vereinsgeschehen war er ohnehin durch seine Eltern eingebunden, die im Wechsle jeweils den Vorsitz des ASC innehatten. Als Homepageadministrator sorgte er für eine adäquate Außendarstellung. Die Planung, Durchführung und Nachbereitung des jährlichen 10 Meilen Laufes, Organisation von Kinder- und Jugendfreizeiten, Beteiligung an den Ferienspielen, überall wo etwas zu tun ist, Olaf ist immer dabei.

Als ausgebildeter Sportlehrer leitete er an verschiedenen Schulen LA-Aufbaugruppen und war Trainer einer Talentfördergruppe. Auch Lehrerfortbildungen plante er und leitete sie. Im Sportunterricht fördert er den Ausdauersport und sorgt für den Erwerb des DLV Laufabzeichens. Olaf hat sich Verdienste erworben, es ist an der Zeit dieses Engagement zu würdigen. Dies betonte R. Ehmig, unter dem Beifall der Anwesenden, innerfhalb der Ehrung.

Karl Schnecker, als vielfach tätiger Londorfer Bürger, beging seinen 80. Geburtstag

Bericht: Rudi Ehmig

Karl Schnecker, als vielfach tätiger Londorfer Bürger, beging seinen 80. Geburtstag.
Besonders im Breitensport fand er sein Betätigungsfeld mit breitgefächertem Aufgabenbereich.

Der Sport, das DRK, die Gemeindepolitik, die Kirche, die Diakonie, die Senioren-Arbeitsgruppen, der Seniorenbeirat, die Seniorenheimbewohner, in all diesen Gremien, Gruppen und Betätigungsfeldern war, und ist teils noch, Karl Schnecker vertreten. Er ist damit zum Gemeinwohl vieler Rabenauer Bürger, besonders der älteren Generation, tätig. Seine ersten Kontakte mit Menschen umzugehen lernte er mit einer DRK-Jugendgruppe im Jahre 1958 in Kriftel. Seitdem ist er in den Bereichen des Sanitäts-, Kranken-, Gesundheits- und Betreuungswesen tätig. Zeitübergreifend war er 18 Jahre im DRK Vorstand, leitete 18 Jahre eine Selbsthilfegruppe, war 15 Jahre Mitarbeitervertreter im Dekanat und 14 Jahre Kirchenvertreter im Diakonieausschuss, war viele Jahre im Ortsbeirat und ist seit 2013 ist er im Seniorenbeirat der Gemeinde Rabenau vertreten.

Nach seinem Beschäftigungsverhältnis im St. Josefs Krankenhaus von 1970 bis 1984 trat er die Stelle als Krankenpfleger bei der Diakonie mit Sitz in Londorf an, die er 17 Jahre bis zur Auflösung im Team und am Ende allein führte. In dieser Zeit hat er den Beinahmen „Schwester Karl“ in der Bevölkerung erhalten, da man gewohnt war von einer Krankenschwester betreut zu werden.

Die längste Zeit, 34 Jahre, verbrachte er als Lauftreff Leiter im TSV Londorf. 24 Jahre leitete er eine Senioren-Gymnastik Gruppe. Auch im HLV- Kreisvorstand war er als Breitensportwart tätig. Das Deutsche Sportabzeichen erwarb er 25 Mal. Bewegungseinschränkungen in den letzten Jahren hinderten ihn an weiteren Wiederholungen. Karl Schnecker ist somit vielfach, besonders mit älteren Mitmenschen, in Kontakt. Derzeit ist er noch regelmäßig im Londorfer Seniorenheim als ehrenamtlicher Betreuer tätig. Wöchentlich verbringt er dort Stunden mit Gesprächen, Bewegungsübungen im Stuhlkreis, Gesang, alles was beweglich macht und hilfreich für die älteren Mitbürger ist.

Für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten ist er vielfach geehrt und mit Ehren- und Verdienstnadeln „dekorieret“ worden. Darunter erhielt er auch die bronzene Ehrennadel des HLV. Eine ganz besondere Auszeichnung war der „Rabenauer Michel“, mit dem er im Jahre 2016 aus den Händen des Bürgermeisters Kurt Hillgärtner ausgezeichnet wurde. Dieser Ehrenpreis wird jährlich als eine Raben-Skulptur an eine verdienstvolle Rabenauer Persönlichkeit, die sich außergewöhnlich für das Wohl anderer einsetzt, zum Michaelismarkt vergeben.

Dieter Weiß (TSV Allendorf, Lahn) silberne DLV Ehrennadel

Bericht: Rudi Ehmig

Dieter Weiß (TSV Allendorf, Lahn) für seine Verdienste im Verein, Turngau Mittelhessen und dem Hessischen Leichtathletik-Verband mit der silbernen DLV Ehrennadel ausgezeichnet.

Vielseitig interessiert war der Diplom Mathematiker nicht nur im aktiven Berufsleben an der Justus- Liebig – Universität, sondern auch in der Gestaltung seiner Freizeit. Handwerklich kreativ, musikalisch interessiert und nicht zuletzt als „Familienmensch“ mit der Betreuung der Enkelkinder war und ist er immer noch „ständig auf Achse“.

Sportlich kam er mit der Leichtathletik in Berührung. Zunächst fand der Sportabzeichen Erwerb sein Interesse. Nicht nur für ihn selbst, sondern mit Vereinskollegen gemeinsam trainieren und das Sportabzeichen erreichen wollen. Die korrekte Ausführung, so wie es seine Eigenart ist, veranlasste ihn die Sportabzeichen Prüferlizenz zu erwerben. Diese Tätigkeit übt er mittlerweile seit 1991 aus. Die Mithilfe der Veranstaltungsdurchführungen des Turngau Mittelhessens war der Einstieg in die Verbandstätigkeit. Sicher und regelgerecht wollte er dabei seine Aufgaben verrichten. Dies bewog ihn zu einer HLV Kampfrichter Ausbildung. Im Jahre 1992 wurde dies vorgenommen und zusätzlich mit einer Starterausbildung versehen. Seine Startertätigkeit brachte ihn unter anderem mit deutschen Spitzenathleten bei süddeutschen Meisterschaften in Kontakt. Stets war auch „sein Verein“ ein besonderes Augenmerk. Mit Vorstandstätigkeit begann er 1987 als Schriftführer. Danach fungierte er 14 Jahre als Vereinsvorsitzender.

In der Mitgliederversammlung des TSV Allendorf, Lahn erhielt er kürzlich aus den Händen des Kreisvorstandsmitgliedes Rudi Ehmig die DLV Nadel in Silber. Dieser betonte, dass er ganz bewusst diese Würdigung seines umfangreichen Engagements bei seinem Verein vorgenommen hat. Hier ist er der Allendorfer wie man ihn kennt und hier sollen auch seine Verdienste verdeutlicht werden.

Markus Czech (MTV 1846 Gießen) setzt die Tradition fort.

Bericht: Rudi Ehmig

Markus Czech (MTV 1846 Gießen) setzt die Tradition fort.
Die Czechs sind in Beuern der Inbegriff des Sports. 

In großen Lettern steht an der Beurener Sporthalle „Willi-Czech-Sporthalle“. Die Verdienste dieses bekannten und für den Sport engagierten Bürgers wurden mit der Namensgebung honoriert. Mit seinem Sohn Walter wurde die Sport Ära fortgesetzt. Der Inhaber von HLV Ehrungsnadeln und dem Ehrenbrief des Landes Hessen war langjährig im Vorstand des TSV Beuern tätig. Mit dem jüngsten Czech-Spross Markus wird die Tradition fortgesetzt.

Die Mitgliederversammlung des LAZ Gießen Stadt und Land im April 2019 war der würdige Rahmen, um Markus Czech mit der Ehrennadel des DLV in Silber auszuzeichnen. Dabei zeichnete das Kreisvorstandsmitglied Rudi Ehmig den sportlichen Werdegang des Geehrten auf. Im Busecker Tal wurde rege Leichtathletik getrieben, was auch später zur Gründung des „LZ Busecker Tal“ führte. Mit zehn Jahren trat der Jungspund Markus zum ersten Wettkampf an. Nach Auflösung des „LZ Busecker Tal“ gingen diese Leichtathleten in das 1982 gegründete LAZ Gießen über. Nun startete Markus unter dieser neuen Vereinsbezeichnung und war fortan in den Bestenlisten vertreten. Seine Stärken lagen im Mehrkampf und hier besonders in den Wurf- und Stoßdisziplinen. Mit einundzwanzig Jahren erwarb er die Trainerlizenz und gab den Nachwuchsathleten zurück, was ihm in jungen Jahren widerfuhr. Wettkämpfe besuchte er noch weiterhin und das bis in die Altersklassenwettbewerbe. Auch hier blieb er noch Titelanwärter, was er mit einer Hessenmeisterschaft im Seniorenbereich bewies.

Seine Fähigkeiten und Fachkenntnisse setzte er auch in der ehrenamtlichen Mitarbeit um. Mit achtzehn Jahren erwarb er die Lizenz als Kampfrichter. Im HLV war er ab 1994 dreizehn Jahre Kadertrainer. Bei zahlreichen Trainern sorgte er als Ausbilder für Lizenzen und auch deren Verlängerung. Aber auch administrativ war er vielseitig tätig und eingesetzt. Abteilungsleiter im MTV 1846 Gießen war er ab 1995 siebzehn Jahre lang. Dem HLV Präsidium gehörte er vier Jahre als Vizepräsident Leistungssport an und gehört derzeit dem Leistungssportausschuss an. Auch im LAZ Gießen „rührt“ er kräftig mit. Koordinator im Meldewesen, 1. Vorsitzender im Förderverein und seit 2018 dessen Geschäftsführer. Die Kasse führt er z. Z. kommissarisch und die Neuordnung der LAZ-Homepage sieht er als seine Zukunftsaufgabe.

Bei der Übergabe der Urkunde betonte Rudi Ehmig besonders deren Text, worin neben den guten Wünschen auch die Hoffnung ausgedrückt wurde, dass er auch in Zukunft mit ganzer Kraft am Werk unseres Olympischen Sports mithelfen soll.

Melanie Skill - Silberne Ehrennadel des HLV

Bericht: Rudi Ehmig

Melanie Skill bemüht sich erfolgreich für die Leichtathleten der Sportfreunde Burkhardsfelden. Mit fundiertem Wissen und Zielstrebigkeit zum Erfolg. Ein Dorfverein, der für Furore sorgt.

In der Mitgliederversammlung der Sportfreunde Burkhardsfelden erhielt Mitte März die Abteilungsleiterin und Übungsleiterin Leichtathletik, eine besondere Ehrung. So kündigte es der 1. Vorsitzende Christoph Möbus an. Vom HLV Kreis nahm das Vorstandsmitglied Rudi Ehmig mit der Aushändigung der Silbernen Ehrennadel des HLV eine Ehrung vor.

Melanie Skill selbst betrieb die Leichtathletik als Schülerin und betreute bereits mit 12 Jahren bei der TSG Reiskirchen Kindergruppen. Handball und Reiten waren weitere Sportarten, die ihr Wettkampfinteresse fanden. Im Jahr 1994 übernahm sie die Leitung der Kinderturnstunde in Burkhardsfelden. Parallel dazu baute sie eine Leichtathletik Abteilung auf und übernahm die Leitung und das Training. Unter anderem musste erst einmal ein Kugelstoßring eingestellt werden.

Ihr besonderes Augenmerk gilt der vielseitigen und umfassenden Ausbildung in den leichtathletischen Disziplinen. Trotz der Schwierigkeiten mit der Trainingsdurchführung für alle Klassen gleichzeitig, gelang es ihr auch, Talente in Einzeldisziplinen zur deutschen Spitze heranzuführen. Aktuell befinden sich zwei Burkhardsfeldener im hessischen Lauf- und Nachwuchskader. In der Deutschen Bestenliste befinden sich Einträge, die Burkhardsfeldener Nachwuchsathleten über 800m und im Block Lauf an 8. bzw. 5. Stelle platzieren. Für einen kleinen Dorfverein ein herausragendes Ergebnis.

Der Breitensport für „Jung und Alt“ wird seit 20 Jahren ebenfalls angeboten. Sie nimmt Sportabzeichen ab, die jährlich in einer Feierstunde übergeben werden. Dies alles unter bescheidenen Voraussetzungen im Freien und in der Halle. Die Durchführung von Veranstaltungen ist somit bei den Sportfreunden Burkhardsfelden nicht möglich. Aber für die Kinderleichtathletik ist eine Möglichkeit gegeben, die sie auch mit einer jährlichen Veranstaltung nutzt.

Der engagierten promovierten Humanbiologin wurde bereits 2011 die bronzene Ehrennadel des HLV verliehen. Jetzt wurde ihr für „HLV Silber“ gratuliert, verbunden mit den besten Wünschen für eine weitere erfolgreiche Tätigkeit.

Sport war für Horst Rückel Beruf und Berufung. 

Bericht: Rudi Ehmig

Sport war für Horst Rückel Beruf und Berufung. 
Ehemaliger Bezirks Lehrwart vollendete sein 80. Lebensjahr.

Es war noch nie „sein Ding“ persönliches nach außen zu tragen. Wo es möglich war, versuchte er es zu umgehen. Auch die Feier seines 80. Geburtstages war für ihn eine Familienangelegenheit. Zusammen mit den Familien seiner beiden Söhnen gab es nur eine Feier im engsten Kreis. Allerdings konnte der Jubilar nicht so ganz nur intern feiern. Unter anderem besuchte ihn das Kreisvorstandsmitglied Rudi Ehmig, der mit ihm gemeinsame Jahre im Leichtathletik Bezirk Gießen  verbrachte.

Seine Lehrtätigkeit übte er u. a. als Sportlehrer an der Gesamtschule Biebertal aus. Im Hessischen Leichtathletik-Verband war er als Lehrwart mit der Ausbildung von Übungsleitern im mittelhessischen Raum beauftragt. Ihm oblag die Terminierung, die Hallenbereitstellung, die Einteilung der Referenten und weitere Absprachen mit den Vereinen und dem Verband. Damit hatte er einer Vielzahl von lizenzierten Übungsleitern das nötige Rüstzeug mit auf den Weg gegeben. Für seine Verdienste in der Mitarbeit des Leichtathletik-Verbandes wurde er u. a. mit der HLV Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.

Privat wollte er nicht im Vordergrund stehen. Ganz anders war es mit seiner sportlichen Einstellung. Hier war er vom Siegeswille geprägt, er wollte immer gewinnen. Das zog sich hin vom talentierten Schüler bis zum erfolgreichen Seniorensportler. In vielen Disziplinen erbrachte er bereits als Schüler überragende Leistungen und war im Verbandsgebiet ein „gefürchteter Konkurrent“. Auch die schwierigen Disziplinen, wie der Dreisprung, beherrschte er und wurde bereits als Junior  Hessenmeister. In der Aktiven Zeit und auch als Altersklassensportler prägte er die Szene. Seine Gene gab er weiter an die Söhne Michael und Markus. Besonders Michael konnte vom umfangreichen Wissen seines Vaters Nutzen ziehen, dieser avancierte  besonders im Mehrkampf zur nationalen Spitze.

Gesundheitliche Rückschläge vergangener Zeit musste auch er hinnehmen. „Rückel`s können kämpfen“, so erzählte er an seinem „Runden“ und ergänzte: „Aufgeben war bei mir nie ein Thema“. Verletzungen im Sport, sowie gesundheitliche Probleme, wurden mit eiserner Disziplin beseitigt. Seinen 80. feierte er Mitte Februar als geachteter Biebertaler und mit dem Bewusstsein, dass sportliche Erfolge ein Ziel sind, aber die Gesundheit stets im Vordergrund stehen muss.